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13.05.2019

Mit vielen Tränen beim Abschied ging am 11. Mai 2019 der erste Teil des Austausches unserer Schüler mit ihren Freunden von der Partnerschule in Cangas (Nordwestspanien) zu Ende. Die Begegnung mit den Cangueses war ein großer Spaß.

Jedoch hatten die Schüler auch intensiv an einem UNESCO-Projekt gearbeitet, das man schon vor Monaten gemeinsam beschlossen hatte und nun umsetzen wollte: Es ging um den Plastikmüll im Wasser, der – so waren die Schüler überzeugt – sowohl in Galicien als auch hier in Deutschland ein massives Problem darstellt. Die Problematik steht ja nicht erst seit dem großen Schülerkongress gegen Plastik im Jahr 2017 auf dem Programm der GSS.

Um sich dem Umfang der Verschmutzung, ihren Hauptquellen, aber auch den wissenschaftlichen Nachweismöglichkeiten zu nähern, ließen sich die spanischen und deutschen Schüler zunächst im Institut für Umweltsystemforschung an der Universität in diese Aspekte einführen. Dr. Klasmeyer und sein Assistenten-Team hatten dazu einen spannenden Tag im Labor des Instituts vorbereitet. Die Experimente waren der Frage nach dem Zerfall von größeren Plastikteilen zu Mikroplastik gewidmet, den Additiven, aber auch der Separation von Mikroplastik im Sand oder dem Nachweis von Kunststoff-Abrasiven in verschiedenen Kosmetika. Selbst ein High-Tech Spektrograf zur präzisen Bestimmung der Plastik-Arten stand zur Verfügung.

Mit diesem Wissen gingen die Schüler an die Tat. Vorgenommen hatten sie sich die Hase. Es galt fest bestimmte Abschnitte in der Innenstadt von jeglichem Müll zu befreien, andererseits aber auch eine präzise Bestandsaufnahme der Müllarten und Materialien zu erstellen, um den Verschmutzungsgrad sowie die Ursachen zu bestimmen. Die Ergebnisse stehen im Kontext früherer Erhebungen des Instituts für Umweltsystemforschung und werden in das Datenmaterial an der Uni eingearbeitet.

Über eines waren sich sowohl die spanischen als auch deutschen Schüler einig: Man war überrascht über die Vielzahl an Müll, den man aus der Hase fischte. Nun sollen beim Gegenbesuch in Cangas die Aktivitäten unter anderem in Form von Sammelaktionen an den Atlantikstränden fortgesetzt werden. Denn das berichteten die spanischen Schülern bereits ihren deutschen Freunden: „Jeder Sturm spült immense Mengen Plastik an unsere liebsten Badestellen!“