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03.06.2017
Es ist bereits zur Tradition an der KGS Schinkel geworden: Der deutsch-niederländische Autor Lutz van Dijk besuchte auch in diesem Jahr unsere Schule und sprach dieses Mal vor einem interessierten Publikum über seine Arbeit als Autor, aber auch über seine Wohltätigkeitsorganisation HOKISA, also das „Haus für Kinder in Südafrika“. Begleitet wurde er diesmal von Sonwabiso Ngcowa, einem jungen Mitstreiter auf dem Gebiet der Schriftstellerei.

Der wohl bekannteste Jugendroman van Dijks ist Themba, die Geschichte eines südafrikanischen Jungen, der auf dem ohnehin steinigen Weg zum erfolgreichen Fußballer auch noch mit der Immunschwäche-Krankheit AIDS konfrontiert wird: die Mutter seines besten Freundes leidet und stirbt daran, Thembas eigene Mutter erkrankt und er selbst infiziert sich schließlich ebenfalls. Der Roman wurde sogar verfilmt und kam 2010, dem Jahr der Fußball-WM in Südafrika, in die Kinos. Die Rolle des Talentsichters „Big John“ Jacobs wurde hier übrigens von Jens Lehmann, dem ehemaligen deutschen Nationaltorwart, gespielt. Als Vorbereitung auf den Besuch des Schriftstellers an unserer Schule hatten sich die anwesenden Schülerinnen und Schüler vor allem mit den Hauptthemen in Themba, aber auch in Lutz van Dijks Leben auseinandergesetzt: Erwachsenwerden und die Frage nach Gerechtigkeit in der Welt, zum Beispiel in Südafrika.

Hierüber konnte dann auch Sonwabiso Ngcowa berichten, mit dem Lutz van Dijk diesmal zusammen auf Lesereise gegangen war. Sonwabiso Ngcowa ist 33 Jahre alt, lebt und arbeitet – wie Lutz van Dijk auch die meiste Zeit – in Südafrika, und sein aktuelles Buch ist eine Sammlung von Lebensgeschichten junger Menschen, die im Jahr 1994, also dem Ende der Apartheid in Südafrika, geboren wurden. Diese Menschen, aber auch die Demokratie in Südafrika, sind somit mittlerweile „volljährig“ (in Südafrika mit 21 Jahren) und können alle auf ein ereignisreiches Leben zurückschauen. Sonwabiso selbst gab dann auch interessante Einblicke in seine eigene Kindheit und Jugend und beschrieb, wie er über Umwege dazu kam, Geschichten über und für junge Leute zu schreiben – bei uns in der Schule mit Lutz van Dijk als zuverlässigem Übersetzer an seiner Seite, denn der junge Mann sprach mit dem deutschen Publikum Englisch.

Überhaupt zeigte sich Lutz van Dijk sehr interessiert an den Sprachen, die die Schülerinnen und Schüler sprechen: ob als Muttersprache zu Hause, mit Freundinnen und Freunden in der Freizeit oder als „echte“ Fremdsprache in der Schule. Hierbei kamen alle Anwesenden zu der Erkenntnis, dass es ein wahrer „Hauptgewinn“ ist, wenn man mehrsprachig aufwächst und noch dazu Fremdsprachen in der Schule lernen kann. Lutz van Dijk selbst besinnt sich sogar gerne auf seine niederländischen Wurzeln und nutzt mit Freude jede Gelegenheit, um manchmal „Nederlands te spreken“…

Ins Deutsche übersetzt hat Lutz van Dijk auch Sonwabiso Ngcowas Roman Nanas Liebe aus dem Jahre 2014 (engl. Titel: In Search of Happiness). Sonwabisos Muttersprache ist interessanterweise Xhosa, die Sprache mit den „Klick-Lauten“, die er und Lutz van Dijk mit den Anwesenden zum Abschluss der Veranstaltung auch noch etwas übten. Und: Die Klasse 8c bedankte sich bei Lutz van Dijk mit einer Geldspende für HOKISA, und er versprach, damit den Kindern in dem Waisenhaus im Township Masiphumelele bei Kapstadt einige ihrer Wünsche zu erfüllen.