Roboter als Menschenretter
Gemeinsames Projekt von Auszubildenden und Gesamtschülern
Osnabrück. Das Projekt „Azubis helfen Schülern“ der Gesamtschule Schinkel und des Unternehmens Osma-Aufzüge hat einen Roboter hervorgebracht, der Menschenleben retten kann. Der programmierbare Katastrophenhelfer ist in der Lage, am Boden liegende Verletzte von Gegenständen zu unterscheiden.
Auf der Grundlage eines handelsüblichen Lego-Roboters hat ein Team von vier Jugendlichen das Modell dieses bei Katastrophen einsetzbaren Retters entwickelt. Zielstrebig soll er sich durch Räume bewegen, in denen der Einsatz von Menschen aus Fleisch und Blut wegen starker Rauchentwicklung oder anderer Beeinträchtigungen nicht mehr möglich ist. Mithilfe einer ausgefeilten Technik ist der Roboter in der Lage, Verletzte aufzuspüren.
Vor einem Jahr hatte der Fachbereichsleiter Technik, Ferdinand Heetderks, dem Hauptschüler Eray Senyildiz und Philip Pohlmann vom Realschulzweig die Aufgabe zur Entwicklung übertragen. Mit beteiligt an dem Projekt ist auch Markus Brand, der an der Gesamtschule den Fachbereich Mathematik leitet. Das Besondere aber war, dass die beiden Schüler von Beginn an eng mit zwei Osma-Auszubildenden zusammenarbeiteten.
Zu Beginn sei „es etwas holprig gewesen“, beschreibt Azubi Katrin Lopes Victorio den Start des Joint Ventures. Aber schnell habe sich das Team eingespielt und die Aufgabe in Angriff genommen. „Hauptsächlich haben wir bei der Entstehung der Detailzeichnung und des Materials beraten, auch beim Handwerklichen zur Seite gestanden“, beschreibt der andere Azubi, Bastian Torbecke, ihren Beitrag. Bei der technischen Umsetzung der Fragestellung hätten die Schüler dann aber „tolle Arbeit“ geleistet.
Wie der für die Ausbildung zuständige Osma-Meister Ingo Kottenhoff erklärte, wollen die Jugendlichen sich nun am internationalen Robo-Cup-Wettbewerb beteiligen, bei dem jedes Jahr rund 1000 Teilnehmer mit ihren Robotern in verschiedenen Disziplinen um Preise und Pokale kämpfen. Kottenhoff war selbst Gesamtschüler und hatte während eines Treffens Ehemaliger die Idee zur Zusammenarbeit.
Odo Hake, beim Aufzughersteller zuständig für Kommunikation, zeigte sich äußerst zufrieden mit dem Ausgang des Projekts. „Es hat sich gezeigt, dass es besser ist, die Schüler zu unterstützen und nicht wie alle Welt vom Fachkräftemangel zu reden.“
Artikel in der NOZ vom 31.08.2010

