"Ich kenn mich aus im Netz"

Ein Führerschein fürs Internet: Innenminister Schünemann startet neues Projekt in Osnabrück

Osnabrück. Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann hat am Freitag in Osnabrück den Startschuss für ein neues Projekt gegeben, das Kindern und Jugendlichen verantwortungsvolles Verhalten im Internet vermitteln soll.

Das mehrstufige Präventionsprogramm für die Klassen 3 bis 9 haben verschiedene Kooperationspartner unter Federführung der Landesschulbehörde und der Polizeidirektion Osnabrück entwickelt. An der Pilotphase sind 15 Schulen aus der Stadt und dem Landkreis beteiligt. Nach der Teilnahme sollen die Schüler eine Art Internet-Führerschein bekommen, der die neu erworbene Medienkompetenz dokumentiert. Die Initiatoren streben an, das Projekt mit dem Namen „comPass – Ich kenn mich aus im Netz“ landesweit auszudehnen.


Das Programm setzt bei der Weiterbildung von Pädagogen an, damit sie altersgerechte Unterrichtseinheiten gestalten können. Als Trainer sind unter anderem Medienexperten und Rechtsanwälte eingebunden. Die Kooperationspartner und Sponsoren gewährleisten die Anschubfinanzierung. Auf Dauer soll sich das Projekt durch Schulungsgebühren selbst tragen.

 


Die Theater-AG der Gesamtschule Schinkel in Osnabrück setzte sich in einem kleinen Stück kritisch mit den Neuen Medien auseinander. Unternehmer Klaus Hellmann, Polizeipräsidentin Heike Fischer und Innenminister Uwe Schünemann schauten interessiert zu (vorne, von links). Foto: Elvira Parton

 


Drei Module zielen auf die Jahrgangsstufen 3/4, 5/6 und 7/8. Ergänzend dazu ist eine vierte Einheit für die 9. Klassen geplant. Der Datenschutz und der Umgang mit Persönlichkeitsprofilen stehen im Vordergrund. Dabei soll das Internet nicht verteufelt werden. Kinder sollen vielmehr die Chancen erkennen, die elektronische Medien und soziale Netzwerke bieten, und sich selbst vor Risiken und Gefahren schützen.


Während der Auftaktveranstaltung im Speicher III der Firma Hellmann wies Projektleiter Martin Oevermann von der Polizeidirektion Osnabrück darauf hin, dass das Konzept erstmals ein einheitliches Vorgehen an Schulen und später auch außerschulischen Jugendeinrichtungen ermögliche. Das habe es bisher so in Niedersachsen nicht gegeben. Minister Schünemann sprach deshalb von einer ganz wichtigen Initiative, die junge Leute vor Internetsucht, Cybermobbing und finanziellem Schaden bewahren könne. Das neue Projekt will auch Eltern in die Pflicht nehmen. Sie sollen besser aufpassen, damit sich ihre Kinder nicht im weltweiten Netz verirren. Während der Pilotphase wird das Programm von der Hochschule Osnabrück wissenschaftlich begleitet und ausgewertet.

 

 

 

© NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG

Der Text wurde uns freundlicherweise von der Neuen Osnabrücker Zeitung zur Verfügung gestellt.

 

 

 

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