Schwedische Schüler in der Gesamtschule Schinkel
Sie machen sich fit für Europas Arbeitsmarkt
Einen Verband wechseln – das kann Pauline Malm, Praktikantin aus Schweden, schon. In der Praxis von Frauke Kröner (2. von links) verarztet sie unter Anleitung von Arzthelferin Tatjana Wolf die Patientin Thuy Nguyen-Thi. Foto: Elvira Parton
Osnabrück. „Way2Work“, also „Weg zur Arbeit“, heißt das Projekt, mit dem die Gesamtschule Schinkel ihre Elftklässler an den europäischen Arbeitsmarkt heranführen will. Das Besondere dabei: Gemeinsam mit Schülern eines schwedischen Gymnasiums absolvieren die Jugendlichen Praktika in sozialen Einrichtungen beider Länder.
Seit Dienstag vergangener Woche ist die Delegation aus dem schwedischen Halmstad zu Gast in Osnabrück. Neben den üblichen Programmpunkten wie Rathaus-Empfang und Nachtwächter-Rundgang bietet der Schüleraustausch zwischen Osnabrück und Halmstad aber eine Besonderheit: Von Montag bis Mittwoch dieser Woche lernten die schwedischen Schüler gemeinsam mit ihren deutschen Gastgebern die Arbeit in sozialen Einrichtungen kennen. „Die Jugendlichen sollen so fit gemacht werden für den europäischen Arbeitsmarkt, und gerade Schweden ist für viele unserer Schüler sicher eine Option“, sagte Anne Sander von der Gesamtschule Schinkel bei einem Gespräch mit den beteiligten Lehrern der beiden Schulen. Schon die Absage einiger Unternehmen sei für einige Schüler im Vorfeld des Praktikums eine wichtige Erfahrung für später gewesen, sagte Sander. „Dafür, dass wir nur sechs Wochen Vorbereitungszeit hatten, haben aber erstaunlich viele Unternehmen mitgemacht.“
Mit dem Projekt „way2work“ ist die Gesamtschule Schinkel als eine von bundesweit 44 Schulen in das Comenius-Förderprogramm der Europäischen Union aufgenommen worden. Bis 2013 können die Osnabrücker Schule und das schwedische „Sannarpsgymnasiet“ mit jeweils rund 20000 Euro EU-Fördergeldern den Schüleraustausch mit integriertem Praktikum finanzieren.
Zu dem Projekt gehören auch 20 Stunden Unterricht in der Landessprache des Austauschpartners. „Wir haben zum Glück eine Mutter gefunden, die einige Jahre in Schweden gelebt hat und unseren Schülern eine Einführung in die Sprache gegeben hat“, so Anne Sander. Katarina Braunerjhelm vom Sannarpsgymnasiet sagte, dass an ihrer Schule auch Deutsch als zweite Fremdsprache unterrichtet werde und sich einige der Schüler schon ziemlich gut mit ihren deutschen Gastgebern verständigen könnten.Um 15 Uhr wird´s dunkel. Die schwedischen Lehrer sind übrigens nicht für die ganze Zeit des Austauschs in Osnabrück. Am Wochenende flogen sie zurück in die Heimat, bei manchen standen wichtige Termine an. „Ich gehe auf Elchjagd“, sagte Lehrer Roger Weeks, der schon einige Male in Osnabrück gewesen ist.
Ende dieser Woche reisen die Pädagogen aber wieder an, „um hoffentlich 23 Schüler wieder mit nach Schweden zu nehmen“, wie Katarina Braunerjhelm sagte. Seinen offiziellen Abschluss findet das Projekt am Donnerstagabend um 18 Uhr in der Gesamtschule Schinkel. Dann zeigen die Schüler einen Film, in dem sie ihre gemeinsamen Erfahrungen dokumentieren.
Der Gegenbesuch der Schinkelaner Schüler soll dann im kommenden Januar stattfinden. Noch sind sich die Lehrer aber nicht sicher, ob sie wirklich zu dieser Jahreszeit nach Südschweden reisen sollen.
„Dann geht bei uns schon um 15 Uhr die Sonne unter“, sagte Katarina Braunerjhelm. „Da will man eigentlich nicht arbeiten, sondern nur im Haus sitzen und Fernsehen gucken!“


